Das Plattenepithelkarzinom
Synonyme: Spinozelluläres Karzinom, Spinaliom

Definition

Unter Epithelgewebe versteht man die Zellschichten, aus denen die Oberflächen am Körper bestehen, sowohl die äußere Haut und Schleimhäute, als auch die inneren Oberflächen z.B. des Magens oder der Harnröhre. Plattenepithel findet sich nur an der Haut und den glatten Schleimhäuten (Mund); die obersten Zellreihen bestehen aus sehr flachen Zellen, daher auch der Name. Der Plattenepithelkrebs entsteht also aus einer entarteten Zelle der äußeren, oberflächlichen Hautschichten.

 

Häufigkeit

Die Inzidenzrate in Deutschland beträgt ca. 30 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr. In einer Stadt wie Düsseldorf gibt es also ca. 180 neue Fälle jedes Jahr, in Berlin sind es 1050, es ist also keine seltene Erkrankung!

 

Ursachen

Bekannte Ursachen für die Entstehung des Plattenepithelkarzinoms sind vor allem ungeschützte Sonnenexposition, aber auch Röntgenstrahlung, chronische Hautentzündungen, Hautnarben, humane Papillomaviren an Genital  (sexuell übertragen), Teer am Arbeitsplatz, aber auch in der Zigarette, Arsen und andere Zellgifte, sowie Immunsuppression.

 

Entwicklung

Zunächst entsteht eine „Vor-Form“ des Tumors (Präkanzerose), die Jahre lang bestehen kann, wie z.B. die „aktinische Keratose“ oder ein „Carcinoma in situ“. Irgendwann kann dann der Progress zum eigentlichen Karzinom erfolgen.
Dieses ist oft verhornend, verdickt, am Rand gerötet und zentral zeitweilig geschwürartig offen. Wenn der Tumor über 2 mm dick in die Tiefe der Haut reicht, kann es dann zur Ausbreitung in die nächstgelegenen Lymphknoten kommen und später auch in innere Organe und benachbarte Hautareale.

 

Heilung

Therapie der Wahl ist die vollständige chirurgische Entfernung des Tumors mit zusätzlichem Sicherheitsabstand. Dieser kann je nach Tumorstadium und -lokalisation variieren. Das Präparat sollte immer eingeschickt und vom Pathologen untersucht werden. Dabei wird neben dem Tumor selbst auch der gesamte Schnittrand auf Tumorfreiheit untersucht, sowie der Abstand vom Schnittrand bis zum Tumor bestimmt. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Exzision vollständig erfolgt ist und nur so kann entschieden werden, ob man gegebenenfalls nochmal nachschneiden muss. Wenn der Tumor noch nicht gestreut hat, und das ist aufgrund der Früherkennung auch meistens der Fall, sind die Heilungschancen sehr gut.

Da Plattenepithelkarzinome meist im Bereich der Kopfhaut entstehen, oft an der Lippe oder am Skalp, ist meist neben der chirurgischen Entfernung auch eine professionelle plastische Deckung, sei es durch Naht, durch größere Gewebeverschiebelappen oder durch Hauttransplantate erforderlich.  

Diese Operationen führt Dr. Xydias unter stationären Bedingungen in einem Kooperationskrankenhaus durch. Meist reicht dafür eine örtliche Betäubung, so dass auch Patienten in fortgeschrittenem Alter, weit über 90, auch korrekt behandelt und kuriert werden können. Der stationäre Aufenthalt beträgt, je nach Aufwand der OP und der erforderlichen Nachsorge zwischen drei Tagen und einer Woche. Falls aufgrund des  vom Pathologen bestimmten Tumorstadiums weitere Untersuchungen erforderlich sind (Ultraschall der Lymphknoten und des Bauches, Computertomographie) werden diese während dieser Zeit alle  durchgeführt.

 

Nach der Operation

Die weiteren Verbandswechsel und der Fadenzug erfolgen dann einige Tage später in der Praxis. Wir empfehlen im Anschluss eine Sonnenkarenz von einem Jahr, um eine Hyperpigmentierung der Narbe zu verhindern, sowie eine regelmäßige Narbenmassage für weitere 3 Wochen, um eine schnellere Inaktivierung der Narbe und somit eine weichere und unscheinbare Narbe zu erreichen. Hauttransplantate müssen langfristig mindestens einmal pro Tag eingecremt werden, da die Haut (meist vom Hals oder vom Oberlid des Patienten entnommen) ohne die tiefer liegenden Talgdrüsen transplantiert wird und sich somit nicht mehr selbst fetten kann.

Der mitbehandelnde Hautarzt, der auch meist vor der OP die Diagnose oder die Verdachtsdiagnose stellt, übernimmt anschließend die sogenannte Tumor-nachsorge mit regelmäßigen Nachuntersuchungen nach Plan, aber auch mit regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen, um den möglichen nächsten Hauttumor so frühzeitig zu finden, dass die Behandlung weniger aufwendig gestaltet werden kann.